Ready, Set, Go! Das Positionieren der Schneeerzeuger startet

Der Winter steht vor der Türe und auch bis zur ersten Abfahrt im Skigebiet Bad Kleinkirchheim sind es nur noch wenige Wochen. Um Dir auch in der bevorstehenden Saison wieder ein grandioses Skierlebnis auf bestens präparierten Pisten bieten zu können, arbeitet unser Team bereits auf Hochtouren. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen und zeigen Dir, wie wir Frau Holle mit modernster Technik unter die Arme greifen. Denn seit einigen Wochen heißt es: auf die Schneeerzeuger, fertig, los!

 

Es rieselt nicht immer gleichmäßig…

Nicht in jedem Winter wird eine gleichbleibende Menge an Naturschnee verzeichnet. Viele Skigebiete sind mit den sich stetig ändernden Bedingungen konfrontiert und müssen diese Herausforderung entsprechend gut meistern. Schließlich gilt der Wintersportbetrieb vielerorts als bedeutender Wirtschaftsfaktor. Vor allem zu Beginn und gegen Ende der Saison reicht der natürliche Schneefall oft nicht mehr aus, um eine flächendeckende Schneedecke aufrechtzuerhalten. Um die Befahrbarkeit, Qualität und Sicherheit der Pisten auch in niedrigen Lagen weiterhin sicherstellen zu können, greifen Skigebiete mittlerweile auf technische Beschneiungsmaßnahmen zurück.

 

Doch was ist ‘technische Beschneiung’ überhaupt?

Umgangssprachlich zwar gerne als ‘Kunstschnee’ bezeichnet, hat technischer bzw. technisch erzeugter Schnee gar nichts Künstliches in sich. Denn wie der Naturschnee besteht er ausschließlich aus Wasser und Luft. Produziert wird er in der so genannten ‘Schneekanone’ – in korrektem Bergbahn-Jargon bezeichnet man diese als Niederdruck-Propellermaschine – oder in einer Schneilanze. In einer Schneilanze funktioniert das zum Beispiel so: Wasser wird in feinste Tröpfchen zerstäubt und tritt aus einer Düse aus. In diese wird Druckluft geblasen. Daraufhin dehnt sich die Luft aus, es entstehen Eiskeime und das Wasser kristallisiert. Auf ihrem Weg zum Boden gefrieren diese und ahmen dabei den natürlichen Schneefall nach.

Erfunden wurden die Schneeerzeuger rein zufällig in den 1940er Jahren im Rahmen der kanadischen Flugzeugforschung. Bei sehr niedrigen Temperaturen versprühte ein Forschungsteam Wasser in einem Windkanal. Es entstand Schnee. In seiner Dichte und der Größe der Eiskristalle unterscheidet sich dieser technisch erzeugte Schnee jedoch wesentlich von natürlichem Schnee. Er ist außerdem deutlich wärmeresistenter, was vor allem für die Beschneiung von Talabfahrten von großem Vorteil ist.

 

Gut zu wissen: Der eigentliche ‘Kunstschnee’ besteht aus Plastik oder Styropor und hat in der Natur nichts zu suchen. Du findest ihn aber zum Beispiel bei winterlichen Szenen im Theater.

 

Der erste technische Helfer der Bad Kleinkirchheimer Bergbahnen

Die erste punktuelle Beschneiung erfolgte 1978/79 und mit einer mobilen Propellermaschine des Fabrikats Linde. 1982/83 wurde eine der ersten hybriden Schneeanlagen – eine Mischung aus Druckluft- und Propeller-Schneeerzeugern im Skigebiet Bad Kleinkirchheim errichtet und in Betrieb genommen. Einer dieser Druckluft-Schneeerzeuger ist auch heute noch unter dem Namen „Arlberg-Jet“ bekannt.

Und heute?

Im Skigebiet Bad Kleinkirchheim helfen mittlerweile 50 Niederdruck-Propellermaschinen der Marken TechnoAlpin, Demaclenko und Sufag sowie 750 Schneilanzen der Marken Gemini und Demaclenko bei der Beschneiung der Pisten. Eine flächendeckende Grundbeschneiung ist in Kärntens Skigebieten gesetzlich allerdings nur bis zum 31. Jänner der jeweils laufenden Saison erlaubt. Anschließend sind nur noch punktuelle Beschneiungsmaßnahmen möglich.

Wie kommen die Schneeerzeuger auf den Berg?

Während der Sommer-Revision werden die Schneeerzeuger einer ausführlichen Überprüfung auf Funktionsfähigkeit und Verschleiß unterzogen. Im Anschluss, von August bis Oktober, platziert unser Pistenteam die Maschinen dann im Skigebiet. Welche Maschine sie wann und wo aufstellen, ist genau festgelegt. Begonnen wird am Berg und Richtung Tal "abwärts gearbeitet". Warum? Da das Weidevieh aus höheren Lagen früher abgetrieben wird, können wir die dortigen Weideflächen auch früher nutzen. Und auch ein erster Schneefall auf 2.000 Metern ist für September keine Seltenheit, was das Aufstellen der Schneeerzeuger massiv erschweren würde. An Ort und Stelle platziert, folgt dann die finale Belastungsprobe. Denn neben dem korrekten Zufluss von Wasser und Luft wird auch überprüft, ob tatsächlich Schnee produziert wird.

Should I stay or should I go…?

Nicht immer werden die Schneilanzen nach der Wintersaison wieder abgebaut. Denn überall dort, wo das Auf- und Abbauen mehr Schaden als Nutzen für das direkte Umfeld nach sich zieht, bleiben sie auch über den Sommer stehen. So auch entlang der Franz-Klammer-Weltcupabfahrt. Ein ständiges Umbauen der dort platzierten Schneilanzen würde einen massiven Eingriff in Boden und Vegetation vor Ort bedeuten – ganz zu Schweigen vom finanziellen und personellen Aufwand. An allen Orten mit landwirtschaftlicher Nutzung baut unser Team die Schneeerzeuger jedoch stets über die Sommermonate wieder ab.

 

Übrigens: Abhängig von der Häufigkeit der Nutzung, dem Verwendungszweck und dem Stand der Technik haben Schneilanzen nicht selten einen Lebenszyklus von bis zu 40 Jahren. Bei einer Neuanschaffung können wir auch ältere Modelle immer beim Produzenten eintauschen, anstatt sie zu entsorgen. Dort werden die einzelnen Komponenten überprüft und weiter verarbeitet.

 

Wo verwendet man nun Schneilanzen, wo Propellermaschinen?

Schneilanzen eignen sich im Grunde für alle Standorte. Mit einer Höhe von fast 10 Metern sind sie jedoch sehr windanfällig. Im Skigebiet Bad Kleinkirchheim kommen sie deshalb überwiegend auf breiten Pisten zum Einsatz, so dass der technische Schnee auch bei etwas Wind noch auf der Piste landet. Propellermaschinen glänzen hingegen mit einer sehr guten Beschneiungsleistung von bis zu 100 m³ Schnee pro Stunde. Für diese Leistung benötigen sie jedoch auch entsprechend viel Energie. Wir setzen sie deshalb überwiegend zur Beschneiung von großen Flächen und punktuellen Gefahrenstellen, wie Mulden oder Steilpisten, ein. Wie so oft heißt es also auch bei der Beschneiung: die Mischung macht’s.

Energie sparen – aber richtig!

Wusstest Du, dass die technische Beschneiung aller Skigebiete für einen jährlichen Verbrauch von 205 GWh verantwortlich ist? Das sind rund 0,33 % des österreichischen Gesamt-Stromverbrauchs. Davon stammen mittlerweile aber rund 90% allerdings aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasser-, Sonnen-, Windkraft und Biomasse.

 

Um bereits bei der Schneeerzeugung Energie einzusparen, nutzen wir im Skigebiet Bad Kleinkirchheim viele digitale Hilfsmittel. Durch die digitale Schneehöhenmessung können unsere Mitarbeiter:innen beispielsweise genau ablesen, wie viel Schnee an welcher Stelle benötigt wird und die Schneeerzeuger entsprechend einstellen. Es wird nur das produziert was auch benötigt wird. Dass wir nur bei entsprechenden Temperaturen und klimatischen Bedingungen beschneien, versteht sich von selbst. Dadurch ergibt sich bereits ein Einsparungspotenzial von ca. 10% unseres Energiebedarfs. Und auch die Hersteller der Schneeerzeuger haben viel Zeit in die Weiterentwicklung der Energieeffizienz ihrer Geräte investiert. Über die Jahre konnten bei den Schneilanzen 80-90% an Energie eingespart werden. Bei den Propellermaschinen sind es mittlerweile bereits 40%.

 

Wie Du siehst, versteht sich das Energiemanagement als wesentliches Kernthema unseres Unternehmens. Sämtliche technische Möglichkeiten helfen uns, Energie sinnvoll einzusparen. Darüber hinaus investieren wir laufend in Weiterbildungsmöglichkeiten, um unsere Mitarbeiter:innen und Kolleg:innen für das Thema zu sensibilisieren. Schließlich wollen wir auch in diesem Bereich weiterhin effizient und vorausschauend arbeiten.

 

Ganz schön viel Technik, mit der wir Frau Holle unter die Arme greifen, findest Du nicht auch? Mehr zur Funktionsweise der Schneeerzeuger erfährst Du übrigens auch in unserem Blogpost Wasser, Kälte, Luft.