Zwischen Druck und Gegendruck: Ein Tag als Masseur im Thermal Römerbad

Von sanftem Streichen und angenehmem Klopfen bis hin zum kräftigen Kneten der Muskulatur – Massagetechniken und -arten gibt es viele. Sie alle tragen dazu bei, das allgemeine körperliche Wohlbefinden zu erhalten. Nach einer Behandlung fühlen wir uns wie neu geboren und es scheint, als hätten die Masseurinnen und Masseure gar magische Hände. Doch was steckt überhaupt hinter dieser wohltuenden Tätigkeit?

 

Ich bin Oliver – Masseur im Thermal Römerbad. Heute gebe ich Dir einen Einblick in meinen Beruf, wie ich überhaupt dazu gekommen bin und wie mein typischer Arbeitstag aussieht. Komm’ mit auf die Massageliege!

Berufung auf den zweiten Blick.

Mein Berufsweg begann nicht neben der Massageliege, sondern im Vertrieb. Von der Lehre bis zum Vertriebsleiter war ich 25 Jahre lang und in verschiedensten Branchen tätig. Doch nach und nach verlor ich den Spaß an dieser Arbeit.

 

Nebenbei – als aktiver Spitzensportler im Kickboxen – kam ich immer wieder in den Genuss von Massage-Behandlungen. Und auch bei Verletzungen erkannte ich schnell den höheren Stellenwert der Massage als Therapieform. Das hat meine Einstellung zum menschlichen Körper nachhaltig geprägt.

 

2019 habe ich dann beschlossen, etwas in meinem Leben zu ändern. Ich begann die Ausbildung zum medizinischen Masseur am WIFI und zeitgleich die Ausbildung zum Dipl. Fitness- und Gesundheitstrainer an der Vitalakademie. 2021 folgte dann noch die Ausbildung zum Heilmasseur. Seitdem bin ich als Masseur im Thermal Römerbad und in meiner eigenen Praxis tätig.

Die Ausbildung.

Um als Masseur in Österreich arbeiten zu können, bedarf es einer dreijährigen, staatlich anerkannten Ausbildung. In Kärnten kann diese zum Beispiel als Lehre an der Fachberufsschule Klagenfurt 2 absolviert werden – auch als Doppellehre in Kombination mit Kosmetik oder Fußpflege.

 

Ausgebildete Masseurinnen und Masseure dürfen allerdings nur Massagen an gesunden Menschen durchführen. Für Behandlungen zu medizinischen Zwecken muss eine spezielle Ausbildung zum medizinischen Masseur oder zum Heilmasseur absolviert werden. Wer beides machen möchte, der entscheidet sich am besten für eine Kombinationsausbildung zum gewerblichen und medizinischen Masseur – und darf dann sowohl Massagen zur Krankheitsvorbeugung als auch im medizinischen und therapeutischen Bereich durchführen.

Und nach der Ausbildung?

Die Ausbildung zum Dipl. Fitness- und Gesundheitstrainer zählt für mich als wertvolle Zusatzausbildung. Für den therapeutischen Beruf ist es schließlich sehr wichtig zu wissen, welcher Muskel welche Funktion hat und wie muskuläre Dysbalancen wieder ausgeglichen werden können. Und auch als Heilmasseur lässt sich ein breites Portfolio an Behandlungen abdecken. Je nach Krankheitsbild kommen dann Praktiken wie zum Beispiel eine Fußreflexzonenmassage, Lymphdrainage oder Bindegewebsmassage zur Anwendung.

 

Das Wichtigste ist aber, sich ständig weiterentwickeln zu wollen und wissensdurstig und offen für Neues – wie z.B. neue Techniken oder neues Equipment – zu bleiben.

 

Was macht den Beruf des Masseurs aus?

Der enge menschliche Kontakt steht im Beruf des Masseurs immer im Vordergrund – vom Vorgespräch, bei der Analyse und Definition der notwendigen Therapie bis hin zur Behandlung an sich. Auch eine gute Menschenkenntnis und die Fähigkeit, gezielt auf die Wünsche und Beschwerden der Kunden eingehen zu können, sind besonders wichtig in diesem Berufsfeld.

Interessierst Du Dich auch für eine Ausbildung zur Masseurin oder zum Masseur? Folgende Eigenschaften solltest Du bereits mitbringen:

 

  • Fit in Körper und Geist. Körperlich wie mental solltest Du in einem sehr guten Zustand sein. Denn Massage-Behandlungen fordern Körper und Kopf gleichermaßen. Insbesondere der physische Aspekt, also die tägliche Arbeit im Stehen und mit den Händen, solltest Du nicht unterschätzen.
  • An Menschen, mit Menschen. Kontaktfreude, Verständnis und Einfühlungsvermögen sollten ebenfalls zu Deinen Stärken zählen – sowohl im Gespräch als auch bei der manuellen Behandlung.
  • Diskretion bitte. Besonders wichtig für alle medizinischen oder therapeutischen Berufsbilder ist das Thema Verschwiegenheit und Diskretion. Du solltest daher professionell mit den Dir anvertrauten Informationen umgehen können.
  • Soziale Kompetenz. Wie in allen Berufen zählen aber selbstverständlich auch Hilfsbereitschaft, Sauberkeit, Freundlichkeit, Pünktlichkeit, Belastbarkeit und Kommunikationsfähigkeit zum A und O.

Tipp: Widme Deiner Ausbildung genügend Zeit. Das ist besonders wichtig, falls Du Dich im zweiten Bildungsweg für eine Massage-Ausbildung interessierst. Die öffentliche Hand bietet hierfür viele Unterstützungsmöglichkeiten – von der Bildungskarenz bis zur teilweisen Rückerstattung Deiner Ausbildungskosten.

 

Ein Tag im Massagecenter des Thermal Römerbads.

Mein typischer Tagesablauf im Massagecenter des Thermal Römerbads beginnt mit organisatorischen Aufgaben – Kassensystem hochfahren, Wechselgeld zählen, Termine und Auslastungen überprüfen. Auch eine Sauberkeitskontrolle des Massageraums gehört dazu. In regelmäßigen Abständen überprüfe ich dabei auch den Bestand der Massage-Utensilien wie beispielsweise Öle und Handtücher. Bis zur ersten Behandlung habe ich zumeist noch etwas Zeit. Diese nutze ich, um Anfragen zu beantworten und Termine zu vergeben. Und dann geht es auch schon los.

Übrigens: Das Massage- und Beautycenter im Thermal Römerbad hat täglich von 12.00 - 20.00 Uhr für Dich geöffnet. Eine Massage dauert in der Regel 25 bzw. 50 Minuten.

 

Tipps für die (erste) Massage.

Vielleicht warst Du schon einmal bei einer Massage-Behandlung. Vielleicht ist es aber auch Dein erster Besuch im Thermal Römerbad. Bevor Du so richtig entspannen kannst, werde ich Dir ein paar Fragen zu Deinem aktuellen Wohlbefinden, Vorerkrankungen, Medikamenten, Allergien und einer möglichen Schwangerschaft stellen.

 

Wichtig: Bei akuten, entzündlichen Prozessen (z.B. Fieber, Sehnen-Muskel-Nerven), Thrombose, relativen Kontraindikationen (z.B: Krebserkrankung, Depression, Vorerkrankung des Herzens, etc.), aber auch bei einer Schwangerschaft bis zum dritten Monat sollte nicht massiert werden. Bist Du Dir unsicher, dann hole vorsichtshalber ärztlichen Rat ein.

 

Bereit zu entspannen? Super. Um die besten Effekte aus der Massage für Dich zu erzielen, gilt es folgende Punkte zu beachten:

 

  • Nicht mit vollem Magen. Komme idealerweise nicht direkt nach dem Essen, aber auch nicht hungrig zur Massage.
  • Entspann’ Dich. Auch wenn das Deine erste Behandlung ist, versuche nicht gegen das Lösen der Verspannung anzukämpfen, sondern atme ruhig und gleichmäßig weiter.
  • Talk to me. Empfindest Du die Bewegungen als zu sanft oder zu kräftig? Fühlst Du Dich unwohl oder hast vielleicht sogar Schmerzen? Dann kommuniziere das bitte, damit ich die Behandlung entsprechend anpassen kann.
  • Nimm Dir Zeit. Nach der Behandlung solltest Du genug Zeit einplanen, um nachzuruhen und Deinen Kreislauf langsam wieder ins Hier und Jetzt zurückzuholen. Im Thermal Römerbad stehen dafür gemütliche Ruheräume zur Verfügung.
  • Trinken, trinken, trinken. Nach der Massage solltest Du reichlich Flüssigkeit zu Dir nehmen. Am besten eignen sich Wasser oder Tee. So unterstützt Du den Abtransport der Stoffwechselprodukte, die während der Massage freigesetzt werden.

Übrigens: Ja, auch ich lasse mich regelmäßig massieren. Zwar übe ich den Boxsport nicht mehr professionell aus, den Massage-Behandlungen bin ich aber treu geblieben. Vor allem im Rahmen des Leistungssports empfehle ich, regelmäßig zu massieren – vor dem Wettkampf zur Vorbeugung von Verletzungen, nach dem Wettkampf, um den Regenerationsprozess zu beschleunigen. Je nach Tagesverfassung reichen die Massagen dabei von sanftem Streichen bis sehr tiefen Griffen, die ganz schön unter die Haut gehen können. Jede Behandlungstechnik hat definitiv ihre Berechtigung.

 

Warum ich meinen Job liebe.

Ich bin sehr glücklich mit meiner Entscheidung, zur Umschulung zum Masseur. Tag für Tag habe ich Freude daran, Menschen mehr Wohlbefinden zu schenken. Denn welches Gefühl ist besser, als langfristig beschwerdefrei durch das Leben tanzen zu können? Deshalb liebe ich es, meinen Mitmenschen Zeit zu widmen und jeder und jedem einzelnen das Gefühl zu vermitteln, etwas Wertvolles zu sein.