Nach der Saison ist vor der Saison - Revision bei den Bad Kleinkirchheimer Bergbahnen

Wenn die Skilifte Pause haben, geht’s für unser Team erst so richtig los. Die wahrscheinlich intensivste Phase des Jahres hat bereits mit dem ersten Tag nach der Schließung des Skigebietes begonnen und ist momentan in vollem Gange: die Revision. Bis Ende November werden bei den Bad Kleinkirchheimer Bergbahnen ohne Pause Wartungsarbeiten aller Art durchgeführt. Mehr als 20 Seilbahn- und Liftanlagen durchlaufen in dieser Zeit ein genau geregeltes Prüfprogramm. Denn Seilbahnbetrieb bedeutet große Verantwortung und höchste Sicherheitsstandards. Also: Helm auf, Sicherheitsgeschirr an – und ran an die Arbeit!

 

Schnee, Ade!

Unsere Pistengeräte kommen auch nach der Skisaison noch einmal zum Einsatz. Diesmal allerdings nicht, um Pisten zu präparieren, sondern um den verbliebenen Schnee gezielt aufzulockern. Anschließend wird er großflächig verteilt, damit er schneller schmilzt. Das klingt für ein Skigebiet vielleicht ungewöhnlich, hat aber einen guten Grund: Das Schmelzwasser kann so kontrolliert und schneller in den Boden zurückfließen, wodurch die Flächen für die Landwirtschaft und Almen früher nutzbar werden.

Nächster Schritt: Zäunen.

Kaum liegt der Boden frei, startet unser Team mit dem Zäunen der Almflächen. Die Weiden werden vorbereitet, damit die Tiere frühzeitig wieder aufgetrieben werden können. Ein wichtiger Teil unserer Zusammenarbeit mit den regionalen Landwirten und ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Berg wieder erwacht. Mehr dazu erfährst Du hier.

Seilbahn-Revision im Detail.

Seilbahnen sind weltweit das sicherste Verkehrsmittel – und das ist kein Zufall. Dahinter stehen strenge gesetzliche Vorgaben und ein enormer Wartungsaufwand. Die zwei Kabinenbahnen, Kaiserburgbahn und Biosphärenparkbahn Brunnach, werden zu allererst unter die Lupe genommen. Schließlich sind diese beiden Sommer wie Winter in Betrieb und müssen rechtzeitig zu Beginn der Sommer-Saison startklar sein. Die Wartung der reinen Winter-Anlagen, wie Nockalmbahn sowie alle Sessel- und Schlepplifte, stehen dann in den Sommermonaten am Plan. Geprüft werden:

 

  • Seil, Klemmen & Gehänge: Seile werden regelmäßig mittels magnetinduktiver Prüfverfahren "geröntgt", um selbst kleinste Schäden frühzeitig zu erkennen. Ebenso erfolgen in regelmäßigen Intervallen Prüfungen der Klemmen; auch die Gehänge werden im Rahmen dieser Kontrollen gewartet.
  • Rollenbatterien & Bolzen: Die Revision jeder einzelnen Rollenbatterie und der dazugehörigen Bolzen erfolgt in einem mehrjährigen Intervall. Dafür fährt unser Team mit dem Revisionskorb zur Stütze. Dort werden die Rollenbatterien und deren Komponenten gereinigt, geschmiert und sorgfältig kontrolliert. Bei Bedarf werden einzelne Komponenten oder Bolzen ausgetauscht. Schwindelfreiheit ist dabei ein Muss, da Präzisionsarbeit in mehreren Metern Höhe gefragt ist. Bei schwer erreichbaren Stützen wird es besonders spannend: Dann kommen auch schon mal ein Kran oder sogar ein Helikopter zum Einsatz.
  • Bremsen & Antrieb: Bremsproben, Neueinstellungen, Ölkontrollen und Isolationsmessungen am Antriebsmotor werden durchgeführt.
  • Stützen & Konstruktion: Stützen, Schweißnähte und Fundamente werden überprüft, um die Stabilität der gesamten Anlage zu gewährleisten.
  • Kabinen & Sessel: Die Seilbahnfahrzeuge werden innen wie außen gründlich gereinigt.

Zusätzlich zu täglichen, wöchentlichen und monatlichen Kontrollen werden unsere Anlagen alle fünf Jahre durch externe Sachverständige (TÜV) geprüft – vergleichbar mit dem „Pickerl“ beim Auto, nur deutlich aufwendiger.

 

Revision beim Kaiserburg Bob.

Nicht nur die Seilbahnen werden überprüft: Auch der Kaiserburg Bob durchläuft eine umfassende Wartung. 36 Bobs werden einzeln kontrolliert, rund 1.500 Meter Schienen und Seilzug inspiziert, Sicherheitssysteme und Bremsen getestet. Kein Detail bleibt dabei unbeachtet. Wenn Du im Bob freudestrahlend ins Tal saust, kannst Du Dir sicher sein, dass alles auf Herz und Nieren geprüft wurde.

Für den Ernstfall gewappnet.

Sicherheit endet natürlich nicht bei der Technik. Auch im Sommer trainiert unser Team regelmäßig den Ernstfall: das Abseilen aus Kabinen und Sesselliften unter realistischen Bedingungen. Jeder Handgriff muss sitzen, denn im Notfall zählt jede Minute. Genaueres über das Emergency Training findest Du in diesem Blog-Beitrag.

Weitere Sommerarbeiten im Überblick. 

Neben den großen Revisionsmaßnahmen gibt es noch so viele weitere Aufgaben, die den großen Unterschied machen: 

 

  • Der Fuhrpark und die Beschneiungsanlagen werden umfassend gewartet - bei 10 Pistengeräten, 10 Skidoos & 5 Quads bzw. 50 Niederdruck-Propellermaschinen & 750 Schneilanzen kein kleiner Aufwand.
  • Bäume und Sträucher entlang der Seilbahntrassen werden zurückgeschnitten.
  • Der 15 km lange Flow Country Trail wird für die anrollende Bike-Saison fit gemacht - was dabei genau passiert, kannst Du hier nachlesen.
  • Der Pumptrack im Bike Parcours wird aufgebaut.
  • Der Aktiv-Park & Mountain Yoga Trail werden gewartet.
  • Für den Brandschutz: Feuerlöscher und Feuermelder werden kontrolliert.
  • Beschilderungen werden teilweise erneuert.
  • Malerarbeiten und kleine Reparaturen an den Tal- und Bergstationen werden ausgeführt.

Richtig & Wichtig. 

Man sieht: Auch wenn die Skilifte stillstehen, wird bei uns auf Hochtouren gearbeitet. Überall wird geprüft, ausgebessert, repariert und erneuert. Und das ist gut so! Denn eine umfassende Revision unserer Seilbahnanlagen und Infrastruktur ist die Grundlage für eine reibungslose Saison – und letztendlich auch dafür, dass Du Dich bei uns jederzeit sicher und wohl fühlst.