Von sanften Riesen und bunten Almwiesen: So prachtvoll zeigen sich die Kärntner Nockberge im Sommer.

Land der Berge – und doch gleicht kein Berg dem anderen. Wer auf einer der sanften Kuppen der Kärntner Nockberge steht und den Blick über die weite Landschaft schweifen lässt, stellt sich unweigerlich die Frage: Warum sehen diese Berge eigentlich so anders aus? So rund? So sanft? So freundlich? Und welche Blütenpracht liegt Dir hier zu Füßen? In diesem Blogartikel nehmen wir Dich mit auf einen Abstecher in die unvergleichliche Artenvielfalt unserer Bergwelt.
 

Sanfte Riesen.

Steil, schroff und mit markanten Gipfeln – so kennt man die Berge in vielen Alpenregionen. Die nördlichen Kalkalpen, vom Karwendel bis zum Dachstein, wurden aus uralten Meeresablagerungen geformt. Ihr Kalkstein verwittert zu schroffen Wänden und scharfen Graten und prägt ihren dramatischen Anblick. Ganz anders präsentieren sich die Zentralalpen. Sie bestehen überwiegend aus Granit und Gneis und sind für ihre weicheren, runderen Formen bekannt.


Und die Nockberge? Sie sind das sanfte Extrem davon. So alt und so wenig von der Eiszeit geprägt, dass ihre Kuppen seit Jahrtausenden dieselbe weiche Silhouette tragen. Dieser charakteristischen Form verdanken die Berge rund um die Bad Kleinkirchheimer Bergbahnen auch ihren Namen: Denn im Kärntner Dialekt werden die runden Kuppen liebevoll „Nocken“ genannt.

Alte Kräfte, die das Heute prägen.

Die Geschichte der Nockberge begann vor Millionen von Jahren. Durch die Verschiebung der Kontinentalplatten wurden sie emporgehoben und während der Eiszeit nur am Rand von den gewaltigen Gletschern erfasst. Ihre Gipfel ragten als sogenannte Nunatakker – eisfreie Bergkuppen – aus dem mächtigen Eispanzer heraus. So blieb ihre ursprüngliche runde Form bis heute erhalten.

 

Zwischen etwa 1.700 und 2.400 Metern erstrecken sich heute die sogenannten Nockflächen – eine der ältesten erhaltenen Kulturlandschaften der Alpen. Wer auf unseren Bergen unterwegs ist, wandert somit durch eine Landschaft, die sich über Jahrtausende kaum verändert hat. Unsere 5-Gipfel-Tour belohnt Dich mit einem beeindruckenden Panoramablick über die Nockberge und die Nockalmstraße – eine der schönsten Panoramastraßen der Alpen.
 

Ein Schatz für die Zukunft.

Die Nockberge begeistern aber nicht nur mit ihren sanften Gipfeln, sondern auch als einzigartiger Lebensraum. Auf den weitläufigen Hochflächen entstanden über Jahrhunderte artenreiche Almwiesen, die bis heute sorgfältig bewirtschaftet werden und zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsort bieten.

Seit 2012 sind die Kärntner Nockberge Teil des UNESCO-Biosphärenpark Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge – dem flächenmäßig größten Biosphärenpark Österreichs. Gemeinsam mit Patergassen bildet Bad Kleinkirchheim dessen südliche Grenze und zählt zu den offiziellen Biosphärenpark-Gemeinden.

Der Schutz der Nockberge hat jedoch eine längere Geschichte. Bereits 1987 wurde das Gebiet als Nationalpark unter Schutz gestellt. 2004 begann die Umwandlung zum Biosphärenpark-Modell und mit dessen Anerkennung im Jahr 2012 rückte das harmonische Miteinander von Mensch und Natur in den Mittelpunkt.

 

Hier wird biologische Vielfalt geschützt, regionale Wertschöpfung gefördert und Wissen über die Natur an kommende Generationen weitergegeben. Damit bleibt die einzigartige Kulturlandschaft auch in Zukunft erhalten – für Einheimische ebenso wie für Dich und alle, die ihre Schönheit entdecken möchten.

Eine Augenweide.

Spätestens im Juni verwandeln sich die sattgrünen Almwiesen der Nockberge in ein buntes Blütenmeer. Damit die Pflanzen in dieser Höhenlage gedeihen können, haben sie erstaunliche Überlebensstrategien entwickelt: Kräftige Wurzeln speichern Wasser, feine Härchen schützen vor dem Austrocknen und viele Arten legen ihre Blüten bereits unter der Erde an, lange bevor der Schnee schmilzt.

 

Halte auf Deiner Wanderung Ausschau nach diesen besonderen Pflanzen – einige von ihnen wachsen nur hier oder sind echte Raritäten:

 

1. Almrausch – der optische Star jedes Bergfotos.

Im Juni und Juli setzt der Almrausch unsere Bergwelt mit seinen leuchtend pinken Blüten eindrucksvoll in Szene. Kein Wunder, dass er zu den beliebtesten Fotomotiven der Region zählt und somit auch ein Fixpunkt auf unserer Bergsommer-Bucket-List ist. Besonders gute Chancen, ihn zu entdecken, hast Du rund um die Bergstation der Kaiserburgbahn, am Speichersee Kaiserburg und entlang des Flow Country Trails.

2. Speik – das botanische Wahrzeichen der Nockberge.

Während der Almrausch schon von Weitem ins Auge sticht, offenbart sich eine andere botanische Besonderheit erst auf den zweiten Blick: der Speik. Die seltene Heil- und Duftpflanze mit zart gelblich-rosafarbenen Blüten – auch „Norischer Baldrian“ genannt – gedeiht auf kalkfreien Böden ab etwa 1.800 m Seehöhe und steht streng unter Naturschutz. In den Kärntner Nockbergen und in Teilen der Niederen Tauern findet sich sein größtes natürliches Vorkommen.

 

Die herb-würzig duftenden Wurzeln werden von der deutschen Firma Speick zu Naturkosmetik verarbeitet. Die Produkte findest Du auch im Thermal Römerbad – im Massage- und Beautycenter sowie als Duft in unserer Saunalandschaft. Der Legende nach soll schon Kleopatra ihre zarte Haut damit gesalbt haben.

3. Zirbe – die Königin der Alpen.

Kaum ein Baum ist so eng mit den Nockbergen verbunden wie die Zirbe. Rund um Bad Kleinkirchheim und St. Oswald wachsen einige der größten Zirbenbestände der Ostalpen und verleihen der Landschaft ihren unverwechselbaren Charakter.

 

Der widerstandsfähige Nadelbaum trotzt Wind, Schnee und eisigen Temperaturen. Aus seinen Zapfen – den sogenannten Zirbeln – entsteht der beliebte Zirbenlikör. Sein angenehm duftendes Holz wird seit Jahrhunderten für Möbel und Innenausstattungen verwendet und gilt als besonders wohltuend.

 

Auch im Thermal Römerbad begegnet Dir die Zirbe auf vielfältige Weise – etwa bei einer Zirbenmassage, einem Zirben-Aufguss oder in der Kunstinstallation im Eingangsbereich.

4. Kuhschelle – zart, aber giftig

Zwischen Mai und Juni öffnet die Kuhschelle ihre glockenförmigen, violett schimmernden Blüten und erinnert damit an eine kleine Kuhglocke. So lieblich sie wirkt, so giftig ist sie auch. Bewundere sie lieber durch die Kameralinse, als sie anzufassen.

Tierische Begegnungen.

Sie sind die heimlichen Stars der Nockberge: die Murmeltiere. Die weitläufigen Almflächen, offenen Bergwiesen und lockeren Böden bieten ihnen ideale Bedingungen für ihre weit verzweigten Baue.

 

Wenn Du plötzlich einen schrillen Pfiff hörst, lohnt sich ein genauer Blick: Oft ist es ein Murmeltier, das seine Artgenossen vor möglichen Gefahren warnt. Mit etwas Geduld kannst Du die neugierigen Alpenbewohner beim Herumtollen, Spielen oder Sonnen entdecken – ein unvergessliches Naturerlebnis für Groß und Klein.

Wenn Du noch mehr über die Tierwelt der Nockberge erfahren möchtest, kannst Du die Region und die einzigartige Flora und Fauna gemeinsam mit den Rangerinnen und Rangern des UNESCO-Biosphärenparks erkunden.

 

Quelle des Wohlbefindens.

Doch die Kärntner Nockberge schenken uns noch einen weiteren Naturschatz: das Thermalwasser. Denn Berge und Therme sind bei uns untrennbar miteinander verbunden. Was oben auf den sanften Gipfeln beginnt, entfaltet tief unter der Erde seine wohltuende Wirkung.

 

Regen- und Schmelzwasser versickern unter den grünen Almmatten in tief liegende Kalk- und Dolomitschichten. Auf ihrem Weg durch das Gestein erwärmt es sich und reichert sich mit wertvollen Mineralien an. Im Hochtal am Fuße der Nockberge tritt es schließlich als rund 36 °C warmes Thermalwasser wieder an die Oberfläche – die Grundlage für entspannte Stunden in unserem Thermal Römerbad. Mehr über die Entstehung des Thermalwassers erfährst Du in unserem Blog-Artikel.

Zeit für Deine eigene Entdeckungsreise.

Jetzt kennst Du die Geschichten hinter den sanften Gipfeln, den blühenden Almwiesen und dem wohltuenden Thermalwasser. Doch die Nockberge lassen sich nicht nur erklären – sie wollen erlebt werden. Mach' Dir selbst ein Bild: Schwebe mit der Bergbahn hinauf und gehe auf eine spannende Erkundungstour nach seltenen Pflanzen und pelzigen Alpenbewohnern. Du wirst staunen, was Dich erwartet!