GESCHICHTE

Bad Kleinkirchheim früher und heute

Bad Kleinkirchheim – die Wiege der Wellness-Kultur. Bereits im Mittelalter pilgerten die Menschen hierher, denn die heilende Wirkung des Bad Kleinkirchheimer Quellwassers war weit über die Kärntner Berg-Gipfel hinaus bekannt. Dabei waren nicht die beiden Thermen, die man heute kennt, die ersten Anziehungspunkte, sondern die Krypta unter dem Kathreinkirchlein. Bis heute entspringt hier die Augenquelle, deren Wasser man eine entzündungshemmende Wirkung nachsagt. Und waren die Wege früher unbestreitbar beschwerlicher, so hat sich an den „Pilger“- oder heute eben Urlaubsreisen nach Bad Kleinkirchheim bis dato wenig geändert.

Thermalwasser als Basis der Ortsgeschichte

Ein kurzer geschichtlicher Überblick:

  • 1055 Pfalzgraf Poto, der erste „Kurgast“ ist eigentlich auf der Flucht und wählt sein Versteck mit Bedacht. Noch heute dient Bad Kleinkirchheim als geheimer Zufluchtsort für diejenigen, die dem Alltag entkommen möchten.
  • 1177 Erste urkundliche Erwähnung durch Papst Alexander II. Bald macht die Nachricht von den heißen Quellen die Runde, bayerische und slawische Siedler ziehen ins Kirchheimer Tal.
  • 1469 Ab jetzt verwaltet der Orden der heiligen Georgs-Ritter aus Millstatt den Ort. Die Zeiten sind unruhig, Überfälle der Türken und Ungarn sowie die Bauernaufstände bestimmen das Leben der Menschen.
  • 1492 Das Kloster Millstatt lässt zum Schutz der Quellfassung eine Kapelle erbauen und weiht sie der Heiligen Katharina.
  • 17. Jh. Erschließung einer zweiten Quelle, deren Wasser über eine hölzerne Rohrleitung in ein „Badehäusl“ geleitet und dort wieder erhitzt in Badewannen gefüllt wird. Die Zahl der Gäste steigt.
  • 1762 Eine erhaltende Badeordnung empfiehlt Gästen eine dreiwöchige Kur zu absolvieren. Die Zeiten bleiben unruhig – Bauernkriege, Invasion der Franzosen und Missernten machen den Menschen zu schaffen.
  • 1831 In der Klagenfurter Zeitung erscheint eine Werbeanzeige von Josef Michael, dem Inhaber des Bades Kathrein. Dies Angebot erfreut sich durchaus reger Nachfrage.
  • 1850 Gründung der Gemeinde Kleinkirchheim.
  • 1884 Das erste Prospekt der Gemeinde weist immerhin „12 Räumlichkeiten zur Aufnahme von Curgästen“ auf.
  • 1908 Familie Ronacher erwirbt ein Badehaus um 30.000 Kronen.
  • 1928 Familie Pulverer legt mit einer kleinen Jausenstation den ersten Grundstein des späteren Erfolgs. Beide Unternehmen fungieren noch heute als familiengeführte Leitbetriebe des Ortes.
  • 1934 Eröffnung des ersten Thermal-Freibades.
  • 1935 Umbenennung in „Kleinkirchheim – Bad“.
  • 1936 Die 1.100 Einwohner zählende Gemeinde verfügt bereits über 400 Gästebetten.
  • 1956 Erster Skilift in Bad Kleinkirchheim. Mit 620 Metern war er der seinerzeit längste Skilift Kärntens.
  • 1957 Es ist amtlich: Bad Kleinkirchheim steht nun auf den Ortstafeln.
  • 1969 Einweihung des Thermal-Hallenbades.
  • 1971 Franz Klammer gewinnt auf der Kirchheimer Abfahrtstrecke „K 70“ sein erstes Europacup-Abfahrtsrennen. 1976 avanciert er mit seinem Abfahrts-Olympiasieg in Innsbruck zum Weltstar.
  • 1977 Die Kärntner Landesregierung verleiht dem Ort die Bezeichnung „Thermalbad“.
  • 1978 eröffnet mit dem Thermal Römerbad die erste Erlebnistherme Österreichs.
  • Bad Kleinkirchheim ist erstmals Austragungsort eines Weltcup-Skirennens.
  • 1983 Eine Anlage zur maschinellen Schneeerzeugung wird in Betrieb genommen.
  • 1986 Eröffnung des 18-Loch-Golfplatzes.
  • 1988 Ski-Weltcup mit einem Slalom der Herren und dem Sieg von Alberto Tomba.
  • 1993 Der Doppelsessellift auf den Strohsack wird in Betrieb genommen. Stetig ausgebaut und erweitert erweist sich das Skigebiet Bad Kleinkirchheim heute mit rund 100 Pistenkilometern – davon fast 100 Prozent beschneit – als moderne Skiarena für jeden Anspruch.
  • 2003 „Kärnten – Franz Klammer“: Der berühmte Botschafter des Ortes erhält eine eigene Rennstrecke, auf der im Winter 2015 wieder Damen-Skiweltcuprennen ausgetragen wurden.
  • 2004 Bau und Eröffnung des Panorama Restaurants Nock IN, Bergstation Nationalparkbahn Brunnach
  • 2005 Bau und Eröffnung von zwei neuen 4er Sesselbahnen im Skigebiet St. Oswald, Schartenalm
  • Errichtung des Speichersees Nockalm, Erweiterung der Beschneiungsanlagen und Pisten im Skigebiet St. Oswald
  • 2006/2007 Ausbau und Eröffnung Thermal Römerbad NEU mit 13 Saunen durch den Stararchitekten Günter Behnisch